Natascha: Wir starteten die Sitzung, weil Sabine im morgendlichen Scanning im Kurs „Intuitive Anatomie“ Informationen von meiner Haut erhielt und mich fragte, ob sie mir das mitteilen dürfe. Sie erzählte mir, dass meine Haut Berührungen nur zu 30 Prozent wahrnehmen könne, der Rest (ein großer Rest!) verpuffe.

Später wollte ich eine Sitzung mit ihr machen. Sie stieg gleich tief ein und fragte mich, warum das so sei, mit den Berührungen. Ich erzählte ihr von einer Situation, die ich mit Anfang 20 erlebt und immer noch im Kopf hatte. Eine gute Freundin sagte während der Abschiedsumarmung zu mir: „Mensch, umarm mal richtig, du kannst das gar nicht.“ Peng. Das traf mich.

Ich erzählte Sabine, dass meine Mutter mich schon nicht richtig umarmen konnte, schlaff, leblos. Sabine machte ein Reading und stieg schließlich tief in die Bilder meiner Sippe ein. Sie stellte fest, dass schon meine Mutter nicht richtig „geliebt“ wurde. Ich konnte ihr bestätigen, dass meine Mutter ein ungewolltes und vaterloses Kind war, aufgewachsen in einer donauschwäbischen Aussiedlergemeinde in Jugoslawien. Sehr behutsam las Sabine mich, stellte ruhig einige Fragen und wartete meine Antworten ab, die sich mit ihren Schöpfungsinformationen deckten. Ich war in einer sehr tiefen Theta-Welle, sah die gleichen Bilder, wie in Trance: Sehr nah und doch weit weg. Ich fühlte die Situationen, erlebte sie jedoch nicht selbst. Schließlich versöhnte sie meine Ahninnen mit mir und erlöste (welch großes Wort!) mich aus dieser Reihe. Sie entließ Trauma und Drama. Schließlich zeigte sich noch ein Bild in ihrer Lesung: Eine Gruppe von Menschen, eingesperrt in einer Höhle, ohne Entkommen. Menschen mussten einander beim Verhungern zusehen. Auch ich konnte diese Bilder fühlen, wusste, dass sie eine Wahrheit in mir berührten. Sabine bezeugte, wie diese Situation geheilt wurde, einige Tränen flossen. Anschließend fühlte ich mich grundlegend leichter, fast schwebend.

Die Sitzung wirkte noch lange nach. Interessant: Ich konnte endlich das Buch lesen, dass meine Mutter über ihre Kindheit und die Flucht geschrieben hatte. Außerdem betrieb ich Ahnenforschung per Internet. Ich wusste, dass meine Mutter und meine Großmutter gegen Ende des Krieges im Pferdekutschentreck von Jugoslawien nach Deutschland flohen. Ich wusste jedoch nicht, dass der Rest meiner Familie dort bleiben musste. In ihrem kleinen Heimatdorf war ein Konzentrationslager errichtet worden, in dem die Insassen, fast alle Deutsche, von den Serben über Jahre gequält und zur Arbeit gezwungen wurden. Sie konnten das Lager nicht verlassen und die meisten von ihnen verhungerten, während ihre Angehörigen tatenlos zuschauten mussten. Wie damals in der Höhle. Nach dem Krieg, las ich im Buch, wurde meine Großmutter verrückt. Sie vernachlässigte ihr Kind. Berührungen fanden nur in Form von Schlägen statt. Oft wurde meine Mutter gefesselt und unter das Bett gelegt, wo sie die Nacht verbringen musste. All das kann ich mir jetzt voller Mitgefühl anschauen und meine Mutter lieben. Ich verstehe, dass sie ihre Kinder lieben wollte, aber nicht wusste, wie das geht. Niemand hatte ihr beigebracht, wie man einen Menschen, den man liebt, umarmt.“